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Kunstkalender 2009
Schönheit zwischen Welten ist ein Jahreskalender mit Weisheiten und indianischen Gefässen.
Dieser Jahreskalender ist im Format A3 erhältlich.
Preis: CHF 48.--, exkl. Versandkosten
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Die Geschichte vom Steinmetz
Nacherzählt von Max Schachtler
Es war einmal ein Steinmetz, der arbeitete sehr hart. Tag, täglich meisselte er ein Stück von
einem Berg heraus. Er arbeitete hart, war ausdauernd und unermüdlich. Da kam der Herrscher
des Landes auf dem Pferd daher, ritt über das Land und schaute sich alles an. Er sah auch den
Steinmetz, wie er unermüdlich meisselte und meisselte. Als der Herrscher davon geritten war,
da sagte er zu sich: "Ich will auch ein Herrscher sein und über das Land reiten. Ich will auch
herrschen." Dies hörten die Feen und er wurde ein Herrscher.
Also ritt er von nun an über das Land. Die Sonne stand hoch am Himmel und zeigte ihm alle
Schönheiten des Landes und überall wohin er ging, jubelten ihm die Menschen zu. Vom vielen
Reiten ermüdete er. Da begegnete er dem König, wie er in einer Sänfte durch das Land
getragen wurde. Oh, dachte er, der hat es gut. Der kann sich tragen lassen und ich mühe mich
mit meinem Pferd ab. Da wünschte er sich: "Ich möchte auch König sein und mir das Land
von der Sänfte aus anschauen können." Wiederum wurde sein Wunsch erfüllt.
Von nun an wurde er mit der Sänfte überallhin getragen und er konnte sich sein ganzes Reich
anschauen. Was er jedoch nicht bedacht hatte, war die Sonne. Die brannte den ganzen Tag auf
die Sänfte und er begann zu schwitzen. Er schwitzte und schwitzte von morgens bis abends.
Da sah er eine Wolke. Oh, dachte er, die Wolke ist kühl und spendet mir Schatten. Er
wünschte sich: "Ich möchte die Wolke sein." Sogleich wurde sein Wunsch erfüllt.
Als Wolke gefiel er sich und das Land sah so ganz anders aus, von oben. Er lernte neue
Gegenden kennen, Wälder, Seen, Berge. Er sah wie andere Steinmetze sich an den Bergen
abmühten und er war froh eine Wolke zu sein. Was er jedoch nicht bedacht hatte war, dass die
Wolke unten kühl und oben heiss ist. Die Sonne brannte hier oben noch viel stärker als unten
auf der Erde und sie verbrannte ihn fast und die Wolke wurde vom Wind immer höher und
höher getragen, immer näher zur Sonne und näher und näher und der Wind spielte mit ihr,
wie es ihm gefiel. Da wünschte er sich: "Ich möchte der Wind sein." Sogleich wurde sein
Wunsch erfüllt.
Von nun an war er der Wind. Er blies durch alle Täler dieser Erde, über alle Seen und alle
Meere. Er blies über alle Städte und Dörfer, er blies und blies. Er freute sich so sehr über sein
blasen, dass er immer heftiger wurde. Er fühlte, welche Kraft er entwickeln konnte und er
wurde immer übermütiger und heftiger. Er zerstörte Dörfer, er zerfetzte Wälder, er wühlte die
Meere auf, Schiffe sanken und er blies und blies. Nur - nur als er an einen Berg kam, machte
dieser keinen Wank. Kein Felsbrocken, kein Stein fiel herunter. Er konnte blasen und blasen
wie er wollte. Der Berg stand da wie zuvor. "Aha, der Berg ist perfekt," sagte er zu sich. "Er
wieder steht allem, dem Wind, dem Regen, der Sonne." Da wünschte er sich: "Ich möchte der
Berg sein." Sogleich wurde sein Wunsch erfüllt.
Als er am nächsten Morgen nach unten sah, da erblickte er einen Steinmetz, der sägte,
meisselte und meisselte und am Abend trug er ein Stück von seinem Berg nach Hause.
Unermüdlich arbeitete der Steinmetz, Tag für Tag, und alle Tage trug er ein Stück von seinem
Berg davon. Nach einiger Zeit konnte der Berg nicht mehr nach unten sehen, allein die
täglichen Meisseltöne erschreckten ihn zutiefst. Und er dachte: "Der Steinmetz ist noch
stärker als ich, nicht einmal ich wiederstehe ihm. Ich, der dem Wind, dem Regen, der Sonne
wiederstehe, dem Steinmetz kann ich nicht wiederstehen. Er ist noch stärker als ich."
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Max Schachtler |
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